Tee

Donnerstag, September 29, 2005

Tee, Teeversand

China gilt als das Ursprungsland des Tees. Dort wurde bereits vor etwa 5000 Jahren die wohltuende Wirkung des Teeblatts beschrieben. Wie alles anfing Die Legenden, die sich um die Entdeckung des Tees ranken, sind zahllos. Eine davon erzählt davon, wie ein Zufall den chinesischen Kaiser Shen Nung (2737 v. Chr.), der sehr auf Sauberkeit achtete und sich aus diesem Grund sein Trinkwasser abkochte, auf den Tee-Geschmack brachte: Ein Windstoß wehte einige Teeblätter in den Kessel mit kochendem Wasser, diese färbten es golden und verliehen ihm ein angenehmes Aroma. Der Kaiser probierte das Getränk und fühlte sich erfrischt. Tee wurde anschließend das Getränk im "Reich der Mitte". ChinaDas Ursprungsland des Tees Tee in Japan Erst im Jahre 552 nach Christus brachten buddhistische Mönche die Kunst der Teezubereitung auch den Japanern bei. Bald versah man den Teegenuss mit einer bis ins Detail festgelegten Zeremonie. Der Begriff Teeismus, der viel später entstand, bezeichnet die fast religiöse Verehrung der Japaner für Tee. Tee wird zur Ware Während der prunkvollen T´ang Dynastie (618-907 n. Chr.) wurde der Tee in China zu einer verbreiteten Handelsware. Der Tee fand so Zugang zu allen Gesellschaftsschichten und blieb nicht länger den gehobenen Klassen und dem Klerus vorbehalten. Das erste Buch des Tees Im 8. Jahrhundert schrieb der Chinese Luh Yü im Auftrag einiger Teehändler ein dreibändiges Buch über Tee. Damit entstand die erste niedergeschriebene Geschichte des Tees, die zugleich eine Lobeshymne auf das inzwischen sehr beliebte Getränk war. Luh Yü wurde noch viele Generationen später als Schutzpatron des Tees verehrt. Europa entdeckt den Tee Im Jahr 1610 kam die erste Teelieferung aus Japan auf Segelschiffen über Java nach Amsterdam. Von da an waren die Holländer über 50 Jahre die einzigen Tee-Importeure, die ganz Europa mit dem Getränk versorgten. 1669 stiegen die Engländer mit in dieses Geschäft ein. Das Monopol für die Teeimporte hatte die von ihnen gegründete East India Company bis 1833 inne.Auch auf dem Landweg gelangte der Tee nach Europa. Mitte des 17. Jahrhunderts kamen mit einer Karawane 200 Pakete Tee aus der Mongolei als Geburtstagsgeschenk an Michael I., den ersten russischen Romanow-Zaren. Die Karawanen zogen von Peking durch die Wüste Gobi, quer durch Sibirien, vorbei am Baikalsee und weiter zur Wolga. Noch bis in das 19. Jahrhundert sagte man dem russischen KarawanenTee nach, er habe eine bessere Qualität als der auf dem Seeweg beförderte Tee, der in feuchten, geTeerten und dumpf riechenden Laderäumen gelagert war. Diesen Tee zuckerte man aufgrund des unerwünschten Beigeschmacks. Einführung der Teestunde 1662 erfolgte die offizielle Einführung der Teestunde am Hofe des englischen Königs Karl II. Damit wurde Tee auch in Europa gesellschaftsfähig und eines der wichtigsten Handelsgüter. Die Boston Tea Party Englische Einwanderer brachten Ende des 17. Jahrhunderts den Tee mit in die USA. Im Laufe der Zeit gewann er auch hier immer mehr Liebhaber, besonders in den gehobenen Schichten, in denen damals Tea Partys veranstaltet wurden. Um 1760 stand Tee auf dem dritten Platz aller nach Neu-England importierten Güter. Darin suchte England, das durch den Siebenjährigen Krieg in eine Finanzkrise geraten war, eine neue Einnahmequelle. Der Tee wurde mit hohen Steuern belegt. Im ganzen Land war dies der Anlass für heftiges Aufbegehren. Die East India Company (größte Teehandelsgesellschaft) veranlasste daraufhin eine sofortige Steuerreduzierung. Zu spät, man sann auf Rache. Am 16. Dezember 1773 verkleideten sich Mitglieder der Freimaurerloge Saint Andrew in Boston als Mohikaner, enterten die im Hafen liegenden Schiffe der East India Company und warfen 342 Kisten Tee über Bord. Dieser Zwischenfall, ironisch als "Boston Tea Party" bezeichnet, markiert den Beginn der Befreiungskriege gegen die englische Vorherrschaft in Amerika. China verliert seine Dominanz 1834 gibt William Bentinck entscheidende Impulse beim Teeanbau in Indien. China verliert daraufhin seine bis dahin vorhandene Teeanbau-Monopolstellung. Die Teeclipper Nach dem Ende des Teeimport-Monopols entstand der britischen Schifffahrt ab 1834 vor allem von amerikanischer Seite eine heftige Konkurrenz. Um dieser Konkurrenz standzuhalten, baute man die sogenannten Teeclipper: Segelschiffe mit vier oder mehr Masten, scharfem Bug und schlankem Rumpf. Sie besaßen verhältnismäßig große Ladekapazität bei niedriger Tonnage und erreichten hohe Geschwindigkeiten. Einer der berühmtesten britischen Teeclipper ist die 1869 gebaute Cutty Sark, die heute noch in Greenwich an der Themse zu besichtigen ist. Im Jahr 1869 wurde auch der Suezkanal eröffnet, was den Weg zu den Teeanbaugebieten um ca. 7000 km verkürzte. Dadurch wurde der Teetransport auch für Dampfschiffe möglich, die auf dieser Route genügend Möglichkeiten zum Bunkern der Kohle fanden. Das Ende der Teeclipper war gekommen, der Weg in das Zeitalter der modernen Handelsschifffahrt begann. TanzTee & Teekult Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es Mode, zum Tee auszugehen. Immer mehr "Tea-Houses" und Hotels boten Tea-Time und Teemenüs an. Der etwa 1913 aus Argentinien importierte Tango sorgte insbesondere zum NachmittagsTee für noch mehr Attraktivität. Unvergleichliche TanzTee-Veranstaltungen waren in den goldenen 20er Jahren der Megahit. Die Presse berichtete von ständig wachsender Vernarrtheit in Tee-Tangos. TanzTee-Veranstaltungenin den 20er Jahren Tee heute Heute ist Tee mit einer jährlichen Weltproduktion von 2,9 Mio. t Tee das populärste Getränk der Erde.