Tee

Donnerstag, September 29, 2005

Tee, Tee und Gesundheit

Tee schmeckt hervorragend und ist wohltuend für den Körper. In den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler auf der ganzen Welt eine Vielzahl von Untersuchungen veröffentlicht, die den Inhaltsstoffen des Grünen und Schwarzen Tees weitreichende gesundheitsfördernde Wirkungen zuschreiben. Hinzu kommt, dass Tee praktisch kalorienfrei ist und daher für jede Diät der ideale Begleiter. Anregend oder Beruhigend Die Wirkung des Tees ist vom Verbraucher bis zu einem gewissen Grade steuerbar. Bereits in den ersten zwei Minuten nach dem Aufguss geben die Teeblätter fast das ganze Koffein (früher im Tee auch Tein genannt) frei, während die Gerbstoffe sich langsam lösen und noch in den nächsten drei Minuten freigesetzt werden. Das bedeutet, je kürzer der Tee zieht, desto anregender wirkt er, je länger er zieht, desto beruhigender wirkt er auf den Magen- und Darmtrakt. Wichtig: Bei sehr kleinen Blattgraden, beispielsweise Tee in Aufgussbeuteln, lösen sich die Gerbstoffe etwas schneller. Das Koffein des Tees wirkt anders auf den menschlichen Organismus als das des Kaffees. Es wird nach und nach in unserem Körper freigesetzt und wirkt somit nicht aufputschend, sondern über einen längeren Zeitraum anregend. Die Ursache dafür ist, dass das Koffein des Tees zu einem großen Teil an die Gerbstoffe gebunden ist und erst im Darm gelöst wird. Außerdem werden die Schleimhäute vom Mund bis zum Darm durch die Wirkung der Gerbstoffe adstringiert (es tritt eine Gerbung der Oberfläche ein), so dass die Aufnahme zusätzlich verlangsamt wird. Das Koffein im Kaffee dagegen ist locker an das Kaliumsalz der Chlorogensäure gebunden und wird von der Salzsäure des Magens gelöst und sofort absorbiert. Es tritt unmittelbar in das Blut über und beeinflusst Herz und Kreislauf. Koffein und Gerbstoffe sorgen also dafür, dass Tee nicht nur erfrischt und den Durst löscht, sondern auch entspannt und anregt. Gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe Inhaltsstoffe des SchwarzTees: Alkaloide Koffein und Adenin Theophyllin Teegerbstoffe Ätherische Öle Mineralien und Spurenelemente Kalium Calcium Magnesium Eisen Phosphat Fluor Vitamine Vitamin B1 und B2 Pantothensäure Kapillarschutzstoffe Das Alkaloid Adenin wirkt als Kontraststoff zum Koffein, so dass dieses langsam und stetig über das zentrale Nervensystem und die Großhirnrinde einen stimulierenden Einfluss auf Bewusstseinsvorgänge und Konzentration entwickelt. Das Theophyllin wirkt in Verbindung mit dem Koffein des Tees entwässernd. Es wirkt anregend auf Atmung und Nervensystem und hat eine günstige Wirkung auf die Blutgefäße. SchwarzTee enthält sehr geringe Mengen verschiedener Vitamine wie Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Niacin und Panthotensäure, außerdem Kapillarschutzstoffe, die den Vitaminen nahestehen. Die Vitamine der B-Gruppe sind wichtig für die Aktivierung zahlreicher Körperfunktionen. Bei starkem Teekonsum wird etwa 1/10 des Tagesbedarfs an den genannten Vitaminen gedeckt. Das in den frischen Blättern reichlich vorhandene Vitamin C wird bei der Teeherstellung ebenso wie das Chlorophyll zerstört. Folgende Mineralien und Spurenelemente finden sich u.a. im Schwarzen Tee: Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Fluor in mehr oder weniger hohen Konzentrationen. Beispielhaft seien folgende Wirkungen erwähnt: Fluor macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger, wirkt daher karieshemmend. Kalium aktiviert einige Körperfunktionen und ersetzt sportbedingten Mineralverlust. Wirkung von Grünem Tee Bei Grünem Tee wird durch kurzes Dämpfen und anschließendes Trocknen der Blätter die Fermentation verhindert. Die frische grün-gelbliche Farbe der Teeblätter bleibt erhalten. Zahlreiche Studien berichten von sekundären Pflanzenstoffen, auch bioaktive Stoffe genannt, die sowohl die Gesundheit fördern als auch Krankheiten bekämpfen können. Natürlich können diese niemals Medikamente ersetzen. Eine Hauptgruppe der sekundären Pflanzenstoffe sind die Flavanoide. Wichtige Flavanoide, die auch im Grünen Tee vorkommen, sind Flavanole und Flavonole. Flavanole, zu denen wiederum die Catechine gehören, können im Grünen Tee bis zu 40 Prozent, bezogen auf die Trockensubstanz (TS), enthalten sein. Dem Epigallocatechingallat (EGCG) wird hinsichtlich gesundheitsfördernder Wirkung zur Zeit das meiste Interesse entgegen gebracht. Beim SchwarzTee sind die Catechine (5-10 Prozent) durch die Fermentation hauptsächlich abgebaut zu Thearubigenen, welche für den typischen Geschmack und die Farbe verantwortlich sind. Grüner Tee enthält neben Spuren wichtiger Mineralstoffe wie Fluor, Zink, Calcium, Kalium, Jod, Kupfer und Mangan auch Vitamin C (bis zu 250 Milligramm auf 100 Gramm TS), da die Fermentation verhindert wurde. Durch den Fluor-Gehalt (10 bis 20 Milligramm auf 100 Gramm TS) im Grünen Tee kann bei regelmäßigem Genuss Karies vorgebeugt werden. Theobromin und Koffein stimulieren den Stoffwechsel und fördern damit das allgemeine Wohlbefinden. Die Vitamine der B-, C-, und E-Komplexe gleichen den Vitaminhaushalt im Körper aus. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Catechine antioxidative Eigenschaften besitzen. Das EGCG ist im Vergleich zu anderen Catechinen in der Lage, freie Radikale abzufangen (u.a. 100 Mal stärker als Vitamin C und 20 Mal stärker als Vitamin E). Aus dieser Eigenschaft resultiert die antimutagene und antikanzerogene Wirkung und der Schutz vor koronarer Herzerkrankung. Diese Eigenschaft besitzt der SchwarzTee aufgrund seines niedrigen Catechingehalts in dieser Größenordnung nicht. Des weiteren können Catechine enzymatische Reaktionen beeinflussen, was z.B. Blutdrucksenkung und Zahnplaqueverhinderung zur Folge hat. Es sind noch weitaus mehr Eigenschaften (z.B. antivirale, antibakterielle und entzündungshemmende) bekannt, die in Tierversuchen bestätigt wurden, aber noch nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragbar sind. (Quelle: Food Technologie Magazin, März 2000) Literaturangaben Weitere Informationen