Tee

Donnerstag, September 29, 2005

Tee Warenkunde

Verwirrend erscheinen dem Laien die Bezeichnungen, die sich auf die Blattgröße (den Blattgrad) des fertigen Teeprodukts beziehen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Blatt-Tees und kleinblättrigen Tees. Letztere machen wegen des heute vorherrschenden CTC-Verarbeitungsverfahrens ca. 98 % der Weltproduktion aus. Die kleinblättrigen Tees haben ein intensiveres Aroma als die entsprechenden Blatt-Tees. In ihrer Bezeichnung finden Sie immer das Wort "broken" bzw. dessen Abkürzung "B". Für Aufgussbeutel werden die kleinsten Blattgrade verwendet, die sogenannten Fannings und Dust. Sie ergeben einen kräftigen, aromatischen Aufguss. Dabei steht Dust in der Tee-Fachsprache für die allerfeinste Aussiebung und bedeutet nicht etwa Staub. Blattgrade geben nur Auskunft über die Größe der Teeblätter, nicht über deren Qualität. Dabei ist ein Vergleich von Tees untereinander immer nur für ein Anbaugebiet möglich. Tees verschiedener Herkunft unterscheiden sich nämlich auch dann in Qualität und Geschmack, wenn sie die gleiche Bezeichnung (BOP, BP usw.) tragen. Die wichtigsten Blattgrade sind bei den Blatt-Tees: Orange Pekoe (OP) Ein großblättriger Tee mit Blattrippen und Stielen. Die Bezeichnung "Orange" wird unterschiedlich erklärt: Manche führen sie auf einen früher in China getrunkenen, mit Orangenblüten parfümierten Tee zurück, andere beziehen das Wort auf das holländische "oranje", was soviel wie "königlich" bedeutet. Eine weitere Deutung kommt aus dem Malayischen: "orang" für "groß". Pekoes (P) Die Blätter der Pekoe-Tees sind kürzer und dicker als die des Orange Pekoe. Pekoes sind kräftiger im Aufguss als Orange Pekoes. Der Begriff "Pekoe" kommt aus dem Chinesischen und bedeutet "weißer Flaum". Gemeint sind die jungen, noch zarten Blätter oder Blattknospen. Bei kleinblättrigen Tees wird unterschieden in: Broken Orange Pekoe (BOP) Ein feiner gebrochener Tee mit "Tips". Als Tips werden die hellen Teile des Tees, also die Blattspitzen und -knospen junger, zarter Teeblätter bezeichnet, die weniger Zellsaft besitzen und sich bei der Fermentation deshalb nicht dunkel färben. Broken Pekoe (BP) Bei der klassischen Teeproduktion nennt man den Tee Broken Pekoe (BP), der mit einer Schneidemaschine aus dem gröbsten Blatt geschnitten wird. Er enthält viele Blattrippen und ergibt einen dünnen Aufguss. Bei der modernen CTC-Produktion ist BP eine Sortierung für eine kräftige Qualität. Broken Orange Pekoe Fannings (BOPF) Bezeichnet eine feine Aussiebung des nicht geschnittenen Tees in der orthodoxen Teeverarbeitung. Diese Blattgrade werden - wie alle Fannings - für die Teebeutel-Herstellung verwendet. BOPF färbt sehr schnell dunkel, weil dem Wasser durch die kleinen Teile eine große Angriffsfläche geboten wird. BOPF hat vor allem bei Hochland-Tees (wie beispielsweise dem Darjeeling) ein ausgezeichnetes Aroma. Fannings (F) Bezeichnet die beim Sieben anfallenden kleinen Teilchen des Teeblattes. Dust Dust bezeichnet die kleinste und letzte Aussiebung. Es ist jedoch falsch, Dust in diesem Zusammenhang wörtlich mit Staub oder Abfall zu übersetzen. Er bezeichnet vielmehr ganz fein gebrochene Teeblättchen, die sehr ergiebig sind. Fannings und Dust werden meist zur Produktion von Tee in Beuteln verwendet, da die feine und feinste Aussiebung dem kochenden Wasser eine große Oberfläche auf kleinstem Raum im Teebeutel bietet und solche Tees sehr ergiebig und aromatisch sind. Diese Teequalitäten sind also keinesfalls minderwertige Ware! Fluff Der tatsächliche Tee-Staub heißt "Fluff", sieht gelb aus und wird bei der Produktion abgesaugt. Es handelt sich hierbei in erster Linie um die feinen Haare mit denen die Unterseiten der jüngeren Blätter sowie die Blattknospen bedeckt sind. Bei guten MarkenTees kommt Fluff nie in den Handel.